Samstag, 26. April 2014

DIE SACHE MIT DER MODERNEN KUNST

Tja die moderne Kunst, was ist überhaupt moderne Kunst? Die Frage habe ich mir jedenfalls nach einem Besuch im Frankfurter Museum für moderne Kunst gestellt.
Zu sehen war eine Interpretation afrikanischer Gegenwartskünstler von Dante Alighieri's "Die himmlische Komödie".
Zugegeben, einige Ausstellungsstücke waren wirklich interessant und regten zum Nachdenken an, doch ein Großteil hat mich mal wieder enttäuscht.
Es ist doch so: Oft steckt in einem simplen Ausstellungsstück eine Idee oder ein tiefer Sinn, der meist jedoch nicht ohne Erklärung erfasst werden kann. Und da haben wir mein Problem mit der modernen Kunst. Ich sage "JA", so manch eine Idee ist interessant/genial/kreativ, allerdings sage ich "NEIN", es ist keine Kunst.
An dieser Stelle möchte ich ein Beispiel nennen: Man sieht ein Din A1 Blatt in Querformat, auf dem nur eine mit Bleistift gemalte, sehr unebene Linie zu sehen ist.
Folgende Idee steckt dahinter: Die Künstlerin hat auf dem Weg in mehrere Städte jeweils während der Busfahrt versucht, eine Linie zu malen und sie auf jeder Fahrt weiter fortgesetzt. Jede Stadt hat somit andere Unebenheiten.
An sich ist die Idee wirklich interessant, allerdings unterscheide ich hier zwischen einer "Idee" und "Kunst".
Sicher, es ist irgendwo kreativ, allerdings bedeutet Kunst für mich, etwas besonderes zu schaffen oder ein Statement zu setzen.
Einen Strich auf der Busfahrt malen, das kann jeder, Albrecht Dürers Selbstbild im Pelzrock, da sieht's dann ein bisschen anders aus.
Kunst bedeutet nicht nur, eine Idee zu haben, Kunst setzt auch "Können" voraus.
Es ist dasselbe wie in der Musik: hören wir uns schlecht komponierte Musik, die unstimmig ist und in der Sänger durchgängig schräg singt, nur weil die Botschaft dahinter gut ist, an? Nein, eben nicht.
Und so hält es sich meiner Meinung nach auch mit der Kunst. Die meisten scheint das nicht zu stören, moderne Kunst wird ja größtenteils hoch angesehen, aber wenn wir uns ehrlich fragen, wie viel wir eigentlich davon verstehen was wir da sehen, denke ich zumindest, dass nicht einmal die Hälfte den Sinn wirklich erfasst.
Die meisten schauen sich moderne Kunst an, verstehen sie nicht, sehen aber, dass es überall hoch gelobt wird, sind dann natürlich auch enorm begeistert, es muss ja dann gut sein, sodass die nächsten, die es nicht verstehen, genau dieselbe Meinung übernehmen, diese dann noch eifrig ein Photo mit ihrem Iphone schießen, dass dann in Facebook posten, um gebildet zu wirken und sich damit für sie der Sinn und Zweck dieser Ausstellung erfüllt hat.
Kunst verliert einfach immer mehr an ihrer Kunst.
Wo früher stundenlang daran gearbeitet wurde, malen viele der heutigen "Künstler" ein paar Striche in verstörender Farbkomposition, um das alles noch ein wenig dramatisch wirken zu lassen und füllen ein paar Flächen aus.
Es gibt unglaublich viele gute Werke in der modernen Kunst,  allerdings gibt es leider auch mindestens genauso viele extrem schlechte, bei denen es ein Witz wäre, sie als Kunst zu bezeichnen.
Ich möchte hier nicht die gesamte moderne Kunst schlecht machen, was ich kritisiere ist die Oberflächlichkeit, mit der so viele Menschen an Kunst rangehen. Viele besuchen Ausstellungen nur, um sich selber als gebildet und kulturell interessiert darzustellen. Sicher, es ist ein wenig Interesse vorhanden, die Werke werden sich kurz angesehen, aber die Kurzfilme schauen nur 30% zu Ende.
Dauert ja zu lange. Ist ja zu langweilig. Das ist zumindest das, was die anderen 70% sich denken. Bei moderner Kunst ist dieses Verhalten am ausgeprägtesten. Je verstörender die Werke, desto mehr werden sie dann als interessant empfunden. Mit den Werken, die weniger ins Auge springen, wird sich ja gar nicht erst auseinandergesetzt.
Mehr in die Tiefe gegangen wird nicht, ist ja zu anstrengend,
Hauptsache bei Facebook gepostet, dass man da war, damit das auch ja keiner verpasst.


       




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